Stockrosen und Schildkröten

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Ein Dankeschön an tikerscherk für die freundliche Nominierung zum Liebster Award –
ich habe die Fragen in den Ferien neu gemischt und mir einige herausgepickt. Mögen die Antworten ein helles Licht auf mich werfen oder zu Brotkrumen werden, von Möwen gefressen.

Schildkröte11 Fragen

  1. Meine Liebsten im Leben?
  2. Was möchte ich sein?
  3. Wo möchte ich leben?
  4. Was ist für mich das vollkommene irdische Glück?
  5. Was ist für mich das größte Unglück?
  6. Welche Eigenschaften schätze ich bei einer Frau am meisten?
  7. Meine wichtigste Lehrmeisterin?
  8. Welche Eigenschaften schätze ich bei einem Mann am meisten?
  9. Welche Fehler entschuldige ich am ehesten?
  10. Welche Erfindung bewundere ich am meisten?
  11. Welche natürliche Gabe möchte ich besitzen?

 

1. Die Liebsten?

Meine Liebe geht zu Rot, Stockrosen, Schildkröten, Wölfen, Karen Duve und Elfriede Jelinek, Der Herr der Ringe, Matrix, Langstreckenlauf, Mars, Käsekuchen, Aprikosen, Spinat und Walnüssen.

Hummer2. Was möchte ich sein?

Im Film „The Lobster“ (empfehlenswert) dürfen Menschen, die innerhalb einer kurzen Frist keinen Partner finden, sich wünschen, in welches Tier sie dann verwandelt werden möchten. Die meisten Menschen sagen „Hund“; das erklärt, warum es bei uns so viele Hunde gibt. Ich selbst würde “Schildkröte” sagen.

3. Wo möchte ich leben?

PerlenIn einem freien Land möchte ich leben, also in Illusorien.

4. Was ist für mich das vollkommene irdische Glück?

Klitzekleine irdische Wonnemomente, Perlen im Alltag, ein Lächeln, ein offener Blick.

5. Was ist für mich das größte Unglück?

EinsamkeitDas Unglück der anderen ist stets größer als meines und kommt mit Verzweiflung, Verletzung, Elend und Einsamkeit. „Nie kommt das Unglück ohne sein Gefolge.“ Heinrich Heine. Will ich mir mein größtes Unglück vorstellen? Nein.

6. Welche Eigenschaften schätze ich bei einer Frau am meisten?

Autonomie.

7. Meine wichtigste Lehrmeisterin?

SchöllkrautMeine Tante Jenny in Sachen Pflanzenbestimmung, meine Mutter in der Tradition des Backens und des Gemüseanbaus, Simone de Beauvoir im Bereich Verortung im System und Albert Einstein für den relativen Blick ins Universum.

8. Welche Eigenschaften schätze ich bei einem Mann am meisten?

Mut

9. Welche Fehler entschuldige ich am ehesten?

Mittlerweile alle. Fehler sind eine Erfindung von Macht, um Sandkörner aus dem System zu sieben.

10. Welche Erfindung bewundere ich am meisten?

Die Erfindung von Geld.

11. Welche natürliche Gabe möchte ich besitzen?

Fliegen wäre schön, obwohl das in manchen Träumen schon gelingt. Natürlich wäre auch die Gabe der Genügsamkeit ein Geschenk … an ihrer Ausprägung kann ich vielleicht zusammen mit Geduld, Gelassenheit und Demut noch arbeiten.

 

Ich nominiere die folgenden von mir geschätzten Bloggerinnen und Blogger. Meine 11 Fragen gebe ich an euch weiter.

Drittgedanke
elementares lesen
orangeblau
Emily´s Blog
mannigfaltiges
teamo comics
Gescheuchten Igel
Piksyn
Spielkind
Leo´s Literarische Landkarten

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Man kann ihn mögen oder auch nicht. Er ist und bleibt eine gute Gelegenheit, auf neue und/oder unbekannte Blogs aufmerksam zu machen.
Die Regeln, wie ich sie kenne:
Danke der Person die Dich für den Liebster-Award nominiert hat und verlinke ihren Blog in Deinem Beitrag.

Beantworte die 11 Fragen, die Dir die Blogger/in, die dich nominiert hat, stellt.

Nominiere mind. 3 max. 11 weitere Blogger/innen für den Liebster Blog Award

Stelle eine neue Liste mit 11 Fragen für deine nominierten Blogger/innen zusammen.

Informiere deine nominierten Blogger/innen über den Blog Artikel.

Schreibe diese Regeln in deinen Liebster-Award Blog Artikel.

 

Einsicht ins Mich

 

Auch wenn ich mich über die Nominierung von fuerhilde sehr freue und fürs hier und jetzt auch Antworten geschrieben habe weil ich auch gerne gelesen habe was sie geschrieben hat, sträubt sich in mir der Gedanke an die Kette. Auch kommt es mir vor, als wären fast alle um mich herum schon nominiert und ich wüsste gar nicht mehr wen ich für den Award nennen sollte… Obwohl ich zugeben muss, dass ich einige neue mir unbekannte schöne Texte gelesen habe… danke trotzdem.

Will auch die Regeln nicht verschweigen: Es geht darum weniger bekannte Blogs vorzustellen und miteinander zu verlinken.

verlinke die Person, die Dich nominiert hat
beantworte die 11 an Dich gestellten Fragen
denke Dir selbst 11 Fragen aus
nominiere 5-11 Blogs, die weniger als 200 Follower haben
die Nominierten müssen über die Nominierungen informiert werden

Wie viel Platz hat das Bloggen in deinem Alltag?

Ich schreibe alles auf. Um mich herum liegen Zettel, auf die ich Dinge schreibe, die ich nicht vergessen möchte. Also relativ ungeordnet und ich schreibe dann BLOG dazu, wenn ich meine, das ich darüber mal schreiben will. Der Alltag ist die Essenz für den Blog, das Aufblasen und Dehnen von Bemerkungen, von Berichterstattung im Radio, von Blicken aus dem Fenster, wenn die Nachbarin wieder die Schirme aufspannt, um ihre Pflanzen vor dem Regen zu schützen. Also ist auch Bloggen Alltag, es gehört dazu wie Geschirrspülen und den Staub wegwischen. Die Entropie der Wörter und der Eindrücke aufhalten und sie in eine vertraute Form packen. Den Blog.

Wie viele deiner Verwandten, Bekannten und Freunde setzen sich mit deinem Schreiben auseinander?

Nur ein paar. Sie lesen. Auseinandersetzen tun sich nur einige wenige. Vielleicht verstehen sie nicht was das ist, Bloggen. Mein Bloggen. Meine Mischung aus Wahrheit und Dichtung. Meine Bilder zu weit weg. Zu erklärungsbedüftig oder absurd. Übertrieben. Nur wenige haben wie ich auch immer geschrieben. Oder auch immer gelesen. Verstanden. Nicht zu vergessen die Passiven, die weder das eine noch das andere tun. Und diejenigen, die keine Zeit haben. So viele haben keine Zeit für so etwas wie Blog lesen oder verstehen. Sie fragen mich woher ich die Zeit nehme „auch noch zu bloggen“ und „wofür eigentlich?“

Wohin gehst du, wenn du traurig bist?

In den Wald. Im Wald wird Größe relativ. Auch die Größe der Trauer. An den Rhein. Ich weine in das Wasser. Es trägt die Trauer fort. Ich brauche diesen ritualhaften Symbolismus. Bin im Innern pathetisch und Drama.

Wann ist die beste Zeit zum Schreiben?

Ich schreibe immer. Es gibt nicht die ideale Zeit. Ideal ist der Zustand genau dann schreiben zu können wenn mir etwas einfällt. Wenn plötzlich ein Gedanke im Kopf erscheint, der formuliert werden will. Oder wenn sich ein Gefühl einschleicht, das exakt beschrieben werden will. Bis es auseinanderfällt. Die Suche nach den richtigen Worten ist wie ein Abtauchen in eine zeitlose Zone. Bin schon oft wieder daraus aufgetaucht und habe mich gewundert, wie viel Zeit vergangen ist. Kostbare Zeit, sinnvoll verbracht, haha.

Wann hast du angefangen zu schreiben?

Mit 12. In einem Dänemark-Urlaub, als ein Cousin mich dauernd geärgert hat und ich mich präpubertistisch darüber aufgeregt habe. Danach habe ich nie wieder aufgehört. Vor einigen Jahren habe ich meine frühen Tagebücher verbrannt, nachdem ich sie vorher zu einer Geschichte zusammengeschrieben habe. Das könnte ich eigentlich mal wieder tun. Es ist schon wieder soviel Zeit vergangen.

Welche ist deine Lieblingsjahreszeit?

Frühling. Alles wächst, sprießt, drängt sich in den Vordergrund. Ich mag Blender, vor allem bei Pflanzen. Die an Kraft zunehmende Sonne. Die sich erwärmende Erde. Das zarte Grün.

Wirst du irgendwann aufhören zu schreiben?

Ich glaube nicht. Habe es nicht vor. Ich werde schreiben bis ich umfalle. Noch beim Umfallen in die Luft schreiben und mit dem letzten Atemzug Buchstaben in die Erde kratzen.

In welcher Stadt fühlst du dich am wohlsten?

Königswinter und Berlin. Klein und groß. Königswinter etwas lieber, weil kleiner. Berlin intensiver für zwischenmenschliche Gefühle, Abenteuer, Auseinandersetzungen. Am wohlsten fühle ich mich aber außerhalb der Stadt, im Wald, in der Landschaft, am Rhein. Ich bin am liebsten so oft wie möglich draußen.

Was liefert dir die Rohstoffe aus denen am Ende ein Text entsteht?

Der Alltag. Mein dramatisches Innenleben, von dem ich mich manchmal wundere, warum es so wuchtig ist. Warum es in mir wühlt. Warum mir mein Gehirn so oft etwas vormacht. Projektionen. Fantasie. Möglichkeiten. Abenteuer. Grenzerfahrungen. Jedes kleine Ereignis kann ganz groß und mächtig werden. Insofern leitet mich nicht ein bestimmtes Thema, sondern eine Vielfalt von wechselnden Empfindungen und Erlebnisse, die mein tägliches Leben ausmachen.