OA, LEBA, HÄZ: Drei Organe

OA
oa hömma
hömma
sssssssssssssssssssssss
mmmmmmmmmmmm
rrrrrrrrrrrrrrr
ratata ratata ratata ratata
oa
boa BOA!
oa

 

LEBA
leba LÄBA
BA! LÄBA
gluck gluck gluck gluck
gluck gluck gluck gluck
gluck gluck gluck gluck
BA! LEBA
leba

 

HÄZ
bumbum bumbum
härrrrz
bumbum bumbum
här – zi – lein
här – zi – lein
här – zi – lein
BUM!
BUM BUM
BUM BUM
bumbum bumbum
bumbum bumbum

 

…. zu den Lautgedichten gibt es eine Performance in der Kunststation Bonn mit mir und Karla M. Goetze heute am 1. Juli 2017 um 15.00 Uhr.

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Lecker Blut

Anna und ich sind wie schon berichtet passionierte Cocktail Verkösterinnen. Jetzt wo wir uns wieder sehen können wir auch wieder regelmäßig los neue Drinks suchen. Nein wir sind nicht süchtig nach Alkohol nur nach dem Ambiente, dem Drumherum, der Verbindung von Gerüchen mit Geschmack, vom Kitzel der Verzierung an unseren Lippen. Wir versuchen dann, die richtigen Worte zu finden, präzise auszudrücken wie genau sie schmecken, wie süß, bitter, saftig, salzig, fad, rich, fett, pelzig, klebrig. Auch das Aussehen prüfen wir wie zwei amtliche Testerinnen, kritisch zusammengekniffene Augen, Nuancen in der Farbbestimmung, das Holz der Bar, das Licht in den Flaschen, die Wahl der Gläser, tausend Kleinigkeiten. Manchmal streiten wir uns deswegen, reden uns in Rage ob der Unterschiede in der Wahrnehmung. Es gibt diese Wahrheit nicht, es gibt sie nie.

druckDie Diskussionen sind hitzig: Wir sind Drama Queens bis in die Haarspitzen. Leidenschaftliche Auseinandersetzungen, hart geworfene Sofakissen, blitzende Augen und aggressive Körpersprache sind unser Ding. Das ist nicht aufgesetzt, das kommt aus unserem Innern. Von ganz tief uns so spontan, so dass wir vermuten, es war von Anfang an da. Das Drama Gen. Geerbt von einer früheren Generation grenzverletzender Großgrundbesitzer. Anna ist Halbitalienerin und hat die Rechtfertigung für ihre Performance quasi schon im Pass stehen. Bei mir ist das schwieriger, obwohl es in einem Seitenast meines Stammbaums südamerikanische Sojabohnenbauern gibt. Nichts worauf ich stolz bin, aber eine Erklärung ist es allemal. Mein Gehirn will den Grund wissen. Warum es manchmal wie verrückt Adrenalin und die anderen Dramahormone produzieren bzw. die Produktion veranlassen muss.

Vom Mögen dramatischer Momente kann keine Rede sein, wir lieben sie. Wo keine Welle in Sicht ist machen wir eine. Wir brauchen diese Brandung. Zum Surfen. Wir wollen Wirbel und Strudel. Auf den Sand geworfen werden. Blessuren davontragen. Dann die Wunden lecken. Blut schmecken. Dass das nicht jedermanns Ding ist, ist ja klar. Man muss es schon gut kennen und es liebevoll Temperament nennen. Denn in diesem Moment meinen wir was wir sagen, kleine Explosionen in der Luft, deren Rauchwolken schnell wieder verwehen. Dann ist wieder gut, alles gesagt, wir gehen kurz raus die Nase pudern und das war´s.

 

Monk

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Als eine, die nur peripher mal Jazz hört, dann aber immer wieder überrascht ist, hat mich gestern ein Piano begeistert. Stücke von Thelonious Sphere Monk begleitet von einer Lesung aus Geoff Dyers Buch „but beautiful“ über Monk. Normalerweise hat das literarische Werk die Hauptrolle, aber hier ist es andersherum: Der sanfte und dennoch mächtige Flow aus Dyers wunderbar komponierten Worten bietet ehrfürchtig die Bühne für Monks Musik. Die Dissonanzen harmonieren mit der geschmeidigen Huldigung an eine Exzentrik, die anfangs von originellen Outfits und eigenwilligen Performances ihren Ausdruck findet, später in einer Abkehr von Allem mündet. So wie Monk gut ohne Text auskommt, bräuchte Dyer die Musik nicht. Aber ohne die Musik wäre der Text nicht entstanden und das literarische Bild schafft einen dreidimensionalen Körper. Ich höre, sehe und rieche Monk. Und spüre, wie das Klavier ein Teil von ihm ist, ein Organ, eine Stimme, eine Seele.